Kein Winter mehr: Adria droht zum toten Gewässer zu werden

Bericht van: Takkie (Amstelveen) , 16-09-2007 10:01 


Experten warnen: Wichtige Algen verschwinden, giftige Algen und tropische Fische machen sich stattdessen breit
Rom - Die steigenden Temperaturen der vergangenen Jahre setzen dem Meer vor unserer Haustür stark zu. Selbst im Winter sinkt die Wassertemperatur der Adria nicht mehr genug, um sich von den hohen Werten während der Sommermonaten zu erholen. Das Gewässer kenne eigentlich keinen wirklichen Winter mehr, klagen Meeresbiologen und befürchten, dass das beliebte Urlaubsziel Adria in den kommenden Jahrzehnten abzusterben droht.

Die Adria ist laut Experten auch in der kalten Jahreszeit schon um die 15 Grad warm, zwei Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Im Winter 2003 waren die Wassertemperaturen im Golf von Triest von fünf auf 13 Grad angestiegen. Selbst Kühlung durch den Wind Bora reicht nicht mehr aus, um diesem Trend entgegen zu wirken.

Mikroalgen, die für die Fische lebenswichtig sind, verschwinden. Tropische Fische und giftige Algen machen sich stattdessen breit, berichteten Wissenschafter bei einer nationalen Konferenz über Klimaänderungen in Rom.

"Die Adria droht, wie das Schwarze Meer zu enden, als ein geschlossenes Bassin, das in einer Tiefe von 150 Metern schon tot ist", warnte der italienische Gesundheitsminister Alfonso Pecoraro Scanio. "Ein Prozess zerstörerischer Auswirkungen ist in Gang gesetzt worden. Man muss für saubere Flüsse und für eine umweltbewusste Fischerei sorgen", erklärte der italienische Umweltminister.

"Kein Winter mehr"

"Unser Meer kennt keinen Winter mehr, die Temperaturen sinken nicht mehr. Es ist kein Wunder, dass im Mittelmeer giftige Fische und Algen auftauchen und allein in Spanien in diesem Sommer bis zu 60 Millionen Quallen registriert worden sind", sagte dazu der Meeresforscher Silvio Greco.

Greco hat eine Expertengruppe eingerichtet, die die giftige, tropische Alge "Ostreopsis Ovata" unter die Lupe nimmt. Sie ist für eine Wasservergiftung verantwortlich, die im vergangenen Jahr für Panik an den Stränden von Genua sorgte. "Wir denken an ein internationales Studienprogramm, um die Kenntnisse über die giftige Alge und ihre Verbreitung im Mittelmeer zu vertiefen", sagte Greco. (APA/Red)
Ut Wordt Nix