Weltraumteleskop gewährt detailreichen Blick auf den sehr produktiven Nebel NGC 3603 in rund 20.000 Lichtjahren Entfernung
Garching - In rund 20.000 Lichtjahren Entfernung, im Sternbild Schiffskiel (Carina), liegt der Emissionsnebel und Sternhaufen NGC 3603. Der Nebel zeichnet sich durch zweierlei aus: Zum einen ist er die größte bekannte Ansammlung von massereichen Riesensternen in der Endphase ihrer Entwicklung (sogenannte Wolf-Rayet-Sterne, Anm.) in unserer Milchstraße. Zum anderen ist NGC 3603 eine äußerst aktive "Sternenfabrik", mit sehr jungen Sonnen, die rund 2 Millionen Jahre alt sind. Im Vergleich dazu: Unser Zentralgestirn weist ein Alter von etwa 4,6 Milliarden Jahren auf.
Das "Hubble"-Weltraumteleskop hat nun einen detaillierten Blick in den auffälligen Sternen-Geburtsort gewährt. Die Aufnahme zeigt zahlreiche junge Sterne umhüllt von Gas und Staub. Aus dem Bild lasse sich ablesen, wie verschieden sich gleich alte Sonnen unterschiedlicher Masse entwickeln, erklärte das europäische "Hubble"- Zentrum am Dienstag in Garching bei München.
Schwere Sterne im Zentrum
Der Nebel enthält die rund 400.000-fache Sonnenmasse an Gas. Laut dem Astronomen Jesús Maíz Apellániz vom Instituto de Astrofísica de Andalucía, Spanien, der die Untersuchung der Hubble-Aufnahmen leitet, sieht es so aus, dass sich die massivsten Sterne im Zemtrum von NGC 3603 befinden. Apellániz und sein Team fanden heraus, dass die Verteilung der verschiedenen Sternentypen im Kern des Sternhaufens jener anderer Sternenanhäufungen in unserer Milchstraße sehr ähnlich ist.
Außerdem zeigte sich bei den Untersuchungen, dass die drei hellsten Sterne im Zentrum auf den ersten Blick den Anschein erwecken, als würden sie eine Masse aufweisen, die sie theoretisch nicht haben könnten. Tatsächlich jedoch dürfte es sich jeweils um zwei oder mehr Sterne handeln, die selbst von "Hubble" optisch nicht zu trennen sind. (APA/dpa/red)
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