Fossiliengeschichte: Wärmeperioden reduzierten Artenvielfalt

Bericht van: Takkie (Amstelveen) , 27-10-2007 15:16 


Fossiliengeschichte: Wärmeperioden reduzierten Artenvielfalt
Forscher nahmen sich die vergangenen 520 Millionen Jahre vor und fanden Zusammenhang zwischen Klima und Biodiversität
York/London - Will man die Auswirkungen klimatischer Veränderungen berechnen, hilft oft ein Blick in die entgegengesetzte Richtung. Forscher untersuchten Fossilien aus den vergangenen 520 Millionen Jahren und kamen dabei zu folgendem Schluss: Während Warmzeiten war die Artenvielfalt relativ gering, während Eiszeiten zu einem Anstieg der Biodiversität führten, wie die Forscher um Peter Mayhew von der University of York in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Proceedings of the Royal Society B" berichten.

Demnach ließen sich auch die meisten aus der Erdgeschichte bekannten großen Massensterben deutlich mit Perioden in Zusammenhang bringen, in denen die Meerestemperatur in tropischen Breiten anstieg: "Je höher die Temperaturen, desto größer das Ausmaß der Ausrottung", so Mayhew. Ein weiteres Massensterben könnte daher bevorstehen - und das nicht innerhalb von Millionen Jahren, sondern bereits in wenigen Jahrzehnten: "Wenn die Menschen den Planeten weiterhin durch Treibhausgasemissionen einheizen, bedroht dies die Artenvielfalt."

Untersuchungsergebnisse

Die Forscher unternahmen eine umfangreiche Vergleichsanalyse von Temperaturen und Artenvielfalt in den vergangenen 520 Millionen Jahren. Sie verglichen Daten der marinen und terrestrischen Artenvielfalt mit den geschätzten Oberflächentemperaturen der Meere. Das Ergebnis war interessant: Vier der fünf großen Massensterben konnten mit dem Anstieg der Temperaturen in Verbindung gebracht werden. Zu diesen Zeiten stiegen die Temperaturen und die Niederschläge. Auch das größte Massensterben am Ende des Perm vor rund 251 Millionen Jahren - damals starben rund 95 Prozent aller vorhandenen Arten aus - war mit einer solchen Warmphase verbunden.

Unbekannt ist allerdings, welche Mechanismen dafür sorgen, dass solche Warmphasen zu einem Massensterben führen. Es sei schwierig von einer Statistik unmittelbar auch auf zukünftige Ereignisse zu schließen, dennoch werde sich die Erwärmung negativ auf die globale Biodiversität auswirken, schreiben die Forscher. "Im schlimmsten Fall können wir das in wenigen Generationen mit eigenen Augen beobachten", meint Mayhew. (pte/red)

Trilobiten waren die vielleicht bekanntesten Opfer des Massensterbens am Ende des Perm.

Bericht laatst bijgewerkt: 27-10-2007 15:17
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