Es war einmal: Je mag ook alleen het plaatje bekijken

Bericht van: Takkie (Amstelveen) , 12-07-2009 21:36 

Hagelunwetter in München vor 25 Jahren



Der 12. Juli 1984 ist ein heißer und schwüler Tag in der Münchner Landeshauptstadt. Die Temperaturen liegen in den späten Nachmittagsstunden noch bei 27 Grad, die Luftfeuchte steigt ständig an. Plötzlich verschwindet die Sonne im Westen hinter dicken Wolkentürmen, die immer höher hinaufsteigen. Der Himmel wird es erst fahl, dann schimmert die Wolkenunterseite grüngelblich, ein sicheres Zeichen für Hagel. Über den westlich gelegenen Ammersee und Starnberger See ist das Unwetter bereits hereingebrochen.
In München verdunkelt sich der Himmel mit einem Schlag. Die Wolken sind bis 12 Kilometer in die Höhe geschossen, und was jetzt über München und den östlichen Landkreis Ebersberg hereinbricht, gehört zu den schlimmsten Hagelunwettern in Deutschland überhaupt. Binnen Sekunden beginnt es sintflutartig zu regnen, bald ist Hagel dabei. Der fällt mit unglaublicher Wucht zu Boden, einen halbe Stunde später geht im Münchner Stadtgebiet nichts mehr.
Auf den meisten Straßen liegt eine bis über 10 cm hohe Hageldecke. Besonders schwer getroffen werden die Stadtteile Berg am Laim, Perlach, Neuperlach und Trudering. Blutüberströmte Menschen irren durch die überfluteten und vom Hagel bedeckten Straßen. Einem Angestellten der Münchner Residenz bricht ein Hagelkorn das Handgelenk. Ein 54- jähriger Münchner stirbt an Herzversagen, insgesamt fordert das Unwetter drei Todesopfer. Mehr als 400 zum Teil schwer verletzte Menschen müssen in die Münchner Krankenhäuser gebracht werden.





Tausende von Fensterscheiben gehen zu Bruch, Scherben und Dachziegel fliegen wie Geschosse umher. 693 Feuerwehrmänner sind mit 159 Fahrzeugen die ganze Nacht unterwegs, der Winterdienst muss ausrücken, um die Straßen vom Hagel freizubekommen. Bei den Münchner Straßenbahnen und S-Bahnen ist kaum noch eine Strecke befahrbar. Entweder steht sie unter Wasser oder herumfliegende Äste haben die Oberleitungen beschädigt. Durch den Hagel sind viele Bäume entlaubt, Ernten im Umland vernichtet. Durch eindringendes Wasser entstehen hunderte von Kurzschlüssen. Ein Wassereinbruch legt zudem den Münchnern Landtag lahm. An den Autos entsteht immenser Schaden. Die Busse der Münchner Verkehrsbetriebe können zum Großteil nicht mehr fahren, da die Scheiben zerschlagen wurden.
Das größte gefundene Hagelkorn hat einen Durchmesser von 9 cm und ein Gewicht von 300 Gramm. Hätte dieses Hagelkorn einen Menschen getroffen, er wäre glatt erschlagen worden.
Auf dem Münchner Flughafen Riem wurden 22 Passagierjets durch Eisbrocken so schwer beschädigt, dass sie flugunfähig sind. 148 abgestellte Sportmaschinen wurden zerstört, einige haben nur noch Schrottwert. Der Flughafen wird komplett geschlossen. Anfliegende Maschinen werden großräumig umgeleitet. Piloten berichten von unglaublichen Quellungen der Wolken, selbst in 12 Kilometer Höhe.
Noch Wochen später sind nicht alle Schäden beseitigt. Es ist der schlimmste und größte Versicherungsschaden der deutschen Geschichte. Versicherungen sprechen zunächst von Sachschäden über 100 Millionen DM. Später wird die Summe von 3 Milliarden DM genannt.
Stellvertretend für viele, fasst eine Münchner Hausfrau das Unwetter in kurzen Worten zusammen: „Es war wie bei einem Bombenangriff.”

Hagelkörner von verheerender Größe. (Bild: ddp)






Gewitter-Superzelle mit hellem Unterrand, ein Signal für kräftigen Hagel. Die Farbe entsteht durch unterschiedliche Lichtbrechung.
(Bild: ddp)

Bericht laatst bijgewerkt: 12-07-2009 21:42
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Takkie (Amstelveen) -- 12-07-2009 21:36
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Milko (Dieren-zuid. GLD-NL.) -- 12-07-2009 23:07