Gestern, 17:09 Uhr
Hamburg/Braunschweig (ddp-nrd). Die anhaltend eisigen Temperaturen machen der Schifffahrt im Norden zu schaffen. So war der Schiffsverkehr auf dem Mittellandkanal nach Behördenangaben auch am Dienstag stark behindert. In Hamburg kämpften zahlreiche Eisbrecher gegen das Zufrieren des Hafens an. Weniger Probleme gab es an den weiter westlich gelegenen Nordseehäfen. Dort kamen nur vereinzelt Eisbrecher zum Einsatz, Verspätungen oder Ausfälle waren selten.
Wegen Eisbildung konnte die Wyker Dampfschiffs-Reederei die beiden Halligen Hooge und Langeness von Schlüttsiel aus am Dienstag nicht anlaufen. Noch unklar ist, ob die beiden Halligen am Donnerstag wieder planmäßig angelaufen werden können. Mittwochs finde ohnehin kein Fährverkehr dorthin statt, wie eine Reederei-Sprecherin sagte. Die Insel Amrum könne weiterhin nur einmal pro Tag bei Hochwasser angelaufen werden. Probleme gibt es auch im Nord-Ostsee-Kanal. Bereits am Montag mussten die alten Schleusenkammern in Brunsbüttel gesperrt werden.
Im Großraum Bremen gibt es dagegen kaum Einschränkungen im Schiffsverkehr. Zwar komme es streckenweise zu starker Eisschollenbildung, die Wasserwege seien aber weiterhin durchgängig zu befahren, sagte ein Sprecher des Hafenamts.
Auch aus Wilhelmshaven wurden keine größeren Störungen gemeldet, wie der Sprecher des Hafenbetreibers Niedersachsen Ports, Werner Repenning, sagte. In Emden und Cuxhaven gab es kleinere Behinderungen. In Brake hatten die Schiffe im Seehafen freie Fahrt, im Binnenhafen bildeten sich größere Eisflächen. Dort war ein Eisbrecher im Einsatz.
Ähnlich war die Lage im Nordener Hafen. Es gebe dort so viel Eis, wie seit vielen Jahren nicht mehr, sagte Repenning. Eine Fähre nach Spiekeroog habe deswegen am Dienstagvormittag nicht ablegen können. Auf Eisbrecher wird dort derzeit aber noch verzichtet.
Auf dem Mittellandkanal waren fünf Eisbrecher im Einsatz, wie der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Braunschweig, Johann Röben, sagte. Sie sollten «den Schiffsverkehr auf dem Mittellandkanal so lange wie möglich aufrechterhalten». Nach dem Abschnitt zwischen der Schleuse Sülfeld bei Wolfsburg und der Schleuse Rothensee bei Magdeburg sowie dem Stichkanal nach Hildesheim wurde am Dienstag auch der Stichkanal nach Hannover-Linden gesperrt.
Weiterhin aufrechterhalten bleibt laut Manuela Stiebe von der Hamburg Port Authority (HPA) auch die Sperrung der Elbe von der Schleuse Geesthacht bis zur Süderelbe. Wie lange sei von der Wetterentwicklung abhängig. Eine Ausweitung sei aber nicht geplant.
Im Hamburger Hafen sind die Eisbrecher Stiebe zufolge 24 Stunden im Einsatz. Insgesamt sorgten 15 Eisbrecher im Hafen dafür, dass er nicht zufriere. «Die Gefahr für den Hafen besteht darin, dass sich das Eis aufstaut und die Deiche beschädigt», sagte Stiebe. Da das Wasser im Hafenbecken stehe und nicht fließe, könnten sich die Eisschollen auftürmen und den Druck auf die Deiche erhöhen. Derzeit seien 80 bis 90 Prozent des Hafens mit Treibeis bedeckt. Größere Schiffe könnten noch durchfahren. Es liege aber im Ermessen des Schiffsführers. Der müsse entscheiden, ob sein Schiff dem Eis standhalte oder ob es durch das Eis beschädigt werden könnte.
Zuletzt sei der Hafen im Winter 1986/87 zugefroren. Damals hätten sich die Eisschollen aufgetürmt, und es habe kein Durchfluss mehr stattgefunden, sagte Stiebe. Dies verhinderten Eisbrecher momentan noch.
(ddp)
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