In der Nacht zum Donnerstag könnte uns einmal wieder der Klassiker drohen, eine squall line. Die Modelle rechnen die Gewitterlage erstaunlich einheitlich und lassen ungewöhnlich wenige Optionen offen. Ausschlaggebend für die Gewitterlage ist ein umfangreicher Tiefdruckkomplex über dem Atlantik mit Zentraltief über Irland, dessen Entwicklung bereits den Zenit überschritten hat. Die bereits gealterte und stark okkludierte Zyklone beeinflusst mit seinen Fronten dennoch weite Teile West- und Mitteleuropas. Etwas eingekringelt reicht die Okklusion vom irischen Seegebiet bis zur Nordsee und spaltet sich danach in einen schmalen Warmsektor auf, den eine weitreichend gekrümmte Kaltfront ein kurzes Ende setzt. Es sind typischen Anzeichen für eine squall line ("Gewitterlinie") vorhanden, z.B. ein eng begrenzter, großer pseudopotenzieller Temperaturgradient mit hohen TheataE-Werten bis 60°C im Warmsektor. Die stark gekrümmte Kaltfront unterliegt unterdessen mäßigen Hebungsvorgängen in Folge großer Krümmungsvorticity und schwacher Scherungsvorticity. Typischerweise läuft die Kaltfront in den Keil hinein und verliert nach Osten hin an Intensität, die Front wird nach und nach von den Höhenwinden abgekoppelt. Die Zellform wird dabei überwiegend Mutlizellen sein, etwa dreistellige CAPE-Werte überlappen an der Kaltfront mit leicht über 10m/s mid-level shear.
Im Großen und Ganzen sprechen wir von einer "normalen" Gewitterlage (keine Schwergewitterlage), wobei die Brisanz der Lage auch davon abhängig ist, ob trockene Stratosphärenluft hinter der Front nach unten in die Zellen gemischt wird.
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