Convective Outlook Sturmjager NRW

Bericht van: Kevin (De Heen) , 16-06-2013 20:52 

Synoptische Ausgangssituation

Maßgebend für die synoptisch-skalige Großwetterlage über Mitteleuropa ist ein südlich amplifizierender Langwellentrog, der derzeit vom Nordatlantik bis an die spanische Atlantikküste reicht. Deutschland befindet sich dabei im Bereich eines flachen Höhenrückens unter leichtem Absinken und allgemein stabilem Wetter. Die südliche Amplitudenvergrößerung des Atlantiktroges mündet in einem Cut-Off-Prozess, welcher am Montag ein abgeschlossenes Höhentief mit korrelierender Bodenzyklone vor dem Golf von Biskaya erzeugt. In der Folge steilt sich die Strömung trogvorderseitig über West- und Mitteleuropa stetig auf und induziert großflächige Warmluft- bzw. Schichtdickenadvektion, wie gegenwärtige Bodenanalysenkarten von Frankreich bereits bestätigen. In der advehierten potentiell instabilen Luftmasse stellt sich in der kommende Woche eine konvektiv geprägte Wetterlage ein.

Mesoskalige Diskussion

Bei der Betrachtung aktueller Satellitenbilder zeigt sich das verantwortliche Tief mit seinem Frontensystem (Warmfront, Kaltfront, Back-Bend-Okklusion) über dem östlichen Atlantik. Auf seiner Vorderseite setzt wie bereits beschrieben Schichtdickenadvektion ein, wobei gleichzeitig im Warmsektor des steuernden Tiefs ein weiteres Bodentief generiert wird. Seine Warmfront formiert sich im Laufe der kommenden Nacht über Frankreich und Süddeutschland und markiert die Vorderseite der subtropischen Luftmasse. Letztere verlagert sich langsam nordwärts, wie eindrucksvoll am Vorrücken der 15 °C-Isotherme zu erkennen ist. Ferner zeugt der scharfe Theta-e-Gradient von einer markant-baroklinen Zone, welche allerdings von kompensierendem Absinken des eingangs erwähnten Höhenrückens überlagert wird.
Bis 10 UTC liegt die Warmfront auf einer Linie Brüssel-Kassel-Chemnitz. An ihrer Südseite wird die Schichtung auch durch die steigende Globalstrahlung zunehmend labil. Rückwärtstrajektorien von Essen zeigen zudem, dass die Luftmasse zumindest in mittleren und hohen Schichten aus dem Bereich Nordspanien/ Pyräneen stammt. Dieser Luftmassenherkunft lässt im Zusammenspiel mit einem kräftigen WCB auf die Advektion einer entkoppelten Mischungsschicht („spanish-plume“) schließen, wie auch von etliche Prognosetemps mit nahezu trocken-indifferenten Temperaturprofilen in den mitteleren Schichten bestätigt wird. Bei zusätzlicher bodennahe Feuchteadvektion ergibt sich eine hochlabile Schichtung, was mit zunehmende Labilitätsenergie einhergeht. WRF-ARF prognostiziert von Frankreich bis Süddeutschland verbreitet 1000-1200, am Alpenrand sogar bis knapp 2000 J/kg ML-CAPE. SB-CAPE nimmt wie so oft horrende Werte an, die Freisetzung dieser Energie sollte allerdings aufgrund von hohen Auslösetemperaturen von bis zu 36°C nicht zu Diskussion stehen, vor allem da dem CAPE bedingt durch den Höhenrücken recht verbreitet einige Joule CIN gegenüberstehen.
Es stellt sich demnach die Frage nach einem alternativen Auslösemechanismus. Gegenwärtige Satellitenbilder zeigen über Frankreich im Bereich der hier bereits ansteigenden Labilität über dem Zentralmassiv nahezu stationäre Einzelzellen, weswegen auch morgen die Orographie als Hebungsimpuls in Frage kommt. Im Bereich der Warmfront ist zwar durchaus mit leichter Hebung zu rechnen, es ist jedoch fraglich, ob sie stark genug ist, den Deckel zu überwinden. Ferner ist, wie auch aktuell zu erkennen ist, durch die allgemein kräftige WLA mit mittelhoher bis hoher Bewölkung entlang des WCB zu rechnen Letztere könnte durch Reduzieren der Globalstrahlung etwaiges CAPE abbauen. Dementsprechend ist ein gewisses Maß an Skepsis angebracht, auch weil nahezu die gesamte Numerik sehr zurückhaltend reagiert.
Am wahrscheinlichsten ist also eine Initiierung von Feuchtekonvektion in bergigen Regionen, sowie im Bereich des Warmsektortiefs über Nordfrankreich und BE-NE-LUX, wenn der Deckel gegen Abend abgebaut wird. Genaueres dazu in den Regionalisierungen.

Begleiterscheinungen / Gefahren

Nordfrankreich /Teile von Belgien

Auslöseindikator / Zellmodus: Warmfront, Drucktrog / sowohl einzeln als auch gruppig

Bereits in der kommenden Nacht zeigen einige Modelle entkoppelte Konvektionszellen über Mittelfrankreich, die ggf. den Bereich um Luxemburg erreichen könnten.
Im Bereich des Bodentiefs und insbesondere an der Südseite der vorrückenden Warmfront ist ab dem späten Nachmittag und Abend des morgigen Montags mit der Bildung einzelner hochreichender Gewitterzellen zu rechnen. CAPE-Werte von 1200 J/kg überlappt sich hierbei mit 0-3 km SRH von bis zu 300 m²/s² im Bereich maximaler WLA. In dieser Umgebung werden etwaige dynamisch getriggerte Zellen schnell superzellulare Strukturen annehmen, wobei die Hauptgefahr bei Großhagel um 4 cm Korndurchmesser liegen wird. Konvektive Fallböen sind zwar bedingt durch einen kräftigen Mid-Level-Jet durchaus möglich, bilden jedoch eher die Ausnahme. Vielmehr liegt eine weitere Gefahr bei Starkregen, da die PW-Werte in der feuchtlabilen Luftmasse bis auf 40 kg/m² ansteigen.
Auch die geringe Tornadogefahr sollte zumindest erwähnt werden, da auch die niedertroposphärische SRH erhöht ist. Da es sich aber eher um hochbasige, gegebenenfalls sogar entkoppelte Konvektion handelt wird, ist das Risiko für eine Großtrombe wie erwähnt gering.
Die Konvektion wird sich entlang des WCB in einer leichten Rechtskurve nach Nordosten verlagern. Sollten sich die Zellen wieder erwartend mehr nach Osten in die warme Luft verlagern, ist mit einem Ausweiten des bestehenden Severe-Threat 2 zu rechnen.

Mittelgebirge und Alpenrand

Auslöseindikator / Zellmodus: Orographie / sowohl einzeln als auch gruppig

Wie bereits zuvor geschrieben wurde, ist auch die Orographie im Stande hochbasige Konvektionszellen zu initiieren. Dabei sollte primär ein Bereich vom Rothaargebirge bis zum Thüringer Wald, sowie der Alpenrand im Fokus stehen. Für erst genannte Gebiete zeigt die Numerik sogar leicht konfluente Bodenwindstrukturen (Feuchteflusskonvergenzen), sodass hier eher mit der Bildung von Gewittern zu rechnen ist, als am Alpenrand, wo zusätzlich leichte Föhneffekte stabilisierend wirken. Kommt es zu Auslösung, so entwickeln sich die Zellen auch hier in einem gut gescherten Umfeld (0-6km Bulk-Shear meist über(20 m/s), sodass gut organisierte Multizellen oder 1,2 Superzellen wahrscheinlich sind. Dabei sollten die Hauptbegleiterscheinungen Großhagel und Starkregen darstellen.

Modellkonsistenz und ergänzende Hinweise

Im Text wurden bereits alle Unwägbarkeiten eingehend beschrieben. Wenngleich die Gesamtlage als potentiell gefährlich einzustufen ist, scheint eine überregionale Schwergewitterlage unwahrscheinlich.Vor allem der fast überall moderate Deckel erfordert ein gewisses Maß an Hebung, welche nicht aus synoptsich-skaligen Vorgängen (PVA, QG Forcing) erzeugt werden kann.
Vielmehr entscheiden leichte Konfluenzen im Bodendruckfeld, sowie die Orographie, ob und wo es auslösen wird. Allgemeine Zurückhaltung der Modelle bestätigt diese Vermutung. Sollte sich dennoch etwas grundlegendes ändern, wird ein Update erfolgen.

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Kevin (De Heen) -- 16-06-2013 20:52
Ik verwacht van Estofex iets gelijkaardigs   ( 624)
Gianni (Izegem, W-VL) -- 16-06-2013 20:54
maandag idd alleen voor België waarschijnlijk interessant.   ( 511)
WilcoS (Dordrecht) -- 16-06-2013 20:58
  Ben benieuwd wanneer Estofex met een update komt.  
Rick (Zwijndrecht) -- 16-06-2013 20:59
  wanneer is die kaart geldig?  
Marco (Hoogkarspel NH) ( -1m) -- 16-06-2013 21:25
Hmmm ja, staat er niet op   ( 208)
Gianni (Izegem, W-VL) -- 16-06-2013 21:27
Ingangsdatum   ( 227)
Kevin (De Heen) -- 16-06-2013 21:38
  Wellicht ook een websitebron erbij?  
Wilber (Ulft) -- 17-06-2013 00:05