Hallo,
weil das Thema nochmals angesprochen wurde:
Die Regel lautet: Wenn das Luftdruckmittel im letzten Septemberdrittel...
Unter "Mitteleuropa" versteht Baur den Mittelwert aus De Bilt, Berlin (Potsdam), Basel und Wien.
Seine Bezugsperiode ist 1761 - 1960. In Potdam unterscheidet sich der Mittelwert der Winter 1761 - 1960 gegenüber 1961 - 90 um 0,6K, also 1961 - 90 ist um 0,6K wärmer.
Für den Winter 2005/06, für den die Bedingungen eingetreten waren, war die Abweichung gemäß der Baur'schen Definition 0,0K. Das heißt also, es kann passieren, dass der Winter gegenüber der Baur'schen Definition zu mild (oder normal) und gegenüber der 1961 - 90 Definition zu kalt ist (leicht).
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass diese Regel mit dieser Definition untrennbar verbunden ist und man deshalb nicht irgendwelche Bausteine wahllos herausgreifen kann, um sie irgendwie "anzupassen".
Da diese 4 Stationen "Flachlandstationen" sind, ist es natürlich auch möglich, dass es einen Winter gibt, der in den Hochlagen auf Grund der Dominanz polar - maritimer Luftmassen zu kalt, im Flachland wegen fehlender klarer, kalter Frostnächte, zu mild wird.
Im Gegensatz zum Winter 2005/06 war der Winter 1995/96, in welchem die Bedingungen "nicht" zutrafen, in "Mitteleuropa" gegenüber 1761 - 1960 zu kalt. Während bei uns (Freudenstadt, Nordschwarzwald, 800m ü.N.N.) der Winter 2005/06 deutlich kälter war als 1995/96, eben stärker polar - maritim geprägt.
Fazit: Folgt man der Definition Baurs, gab es bei dieser Regel in 250 Jahren keine einzige Ausnahme. Treffen die Bedingungen nicht zu, so heißt dies lediglich, dass der folgende Winter nicht "zwingend" zu mild wird, er kann jedoch trotzdem zu mild werden, dies heißt dann eben nur, eine Aussage ist nicht möglich.
Die Regel hat genau die gleiche Gültigkeit, wenn man den Zeitraum um 10 Tage nach hinten verschiebt.
Ich hoffe, dass ich nun alle Klarheiten beseitigt habe.
Gruß
KH
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