Hamburg (dpa) - Unwetter-Opfer, Yachten in Seenot, demolierte Autos, blockierte Verkehrswege: Heftige Gewitter haben am Freitagabend in mehreren Bundesländern teils größere Schäden verursacht und den Verkehr vorübergehend zum Erliegen gebracht.
Ein 37-jähriger Motorradfahrer wurde nahe Filderstadt in Baden- Württemberg vom Blitz getroffen und getötet. Mehrere Menschen wurden bei den Unwettern mit Blitzen, Donner und Sturmböen verletzt. Umgestürzte Bäume blockierten in Hessen Straßen, Dächer wurden abgedeckt. In Mülheim/Main wurden drei Insassen eines Autos verletzt, das gegen einen umgestürzten Baum gefahren war.
In Offenbach wurde eine Frau von einem umherfliegenden Gegenstand getroffen. Am Frankfurter Flughafen konnten eine halbe Stunde lang keine Flugzeuge starten oder landen. Zwei Straßenbahnlinien mussten in der Bankenstadt ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Herabfallende Äste demolierten etwa 35 Autos, berichteten Polizei und Feuerwehr.
In Kirchhain bei Marburg und in Gedern im Wetteraukreis schlugen Blitze in zwei Häuser ein. Beide Dachstühle brannten aus. In mehreren Orten bei Darmstadt fiel eine Stunde lang der Strom aus.
Auf dem Bodensee gerieten Segler bei einer Regatta in Turbulenzen. «14 Yachten gerieten in Seenot», stellte die Polizeidirektion Friedrichshafen fest. «Es brachen Masten, Ruder und in einem Fall löste sich der Kiel und das Boot kenterte.» Mehrere Boote seien auf Grund gelaufen und mussten frei geschleppt werden. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Den entstandenen Sachschaden bezifferte die Polizei auf mehrere hunderttausend Euro.
Auch in Teilen Niedersachsens tobten Gewitter. Das Dach des Lüneburger Rathauses wurde teilweise abgedeckt. In Lüneburg und Umgebung stürzten Bäume um. Straßen wurden überflutet. Verletzt wurde hier niemand. In Brake standen durch Sturm und Starkregen viele Straßen unter Wasser. Polizei und Feuerwehren seien im Dauereinsatz gewesen. Auf der Bahnstrecke Nordenham-Bremen beschädigte ein umgestürzter Baum die Oberleitung. Ein Zug musste stoppen, die Fahrgäste eine ganze Weile ausharren, ehe die Strecke wieder freigegeben wurde.
Krachenden Donner und zuckende Blitze gab es auch in Hamburg und in Schleswig-Holstein. Die Feuerwehren waren meist wegen umgestürzter Bäume oder überfluteter Keller im Einsatz. «Es hat ganz schön gerumst, aber das war's dann auch», hieß es.
Während Hamburg in der Unfall-Bilanz weitgehend ungeschoren davonkam, gab es größere Blitzschäden in Schleswig-Holstein. Dort brannten in Neumünster und Schönwalde zwei Dachstühle aus. Im nördlichen Schleswig-Holstein sorgte ein Hagelschauer auf einigen Camping-Plätzen für leichte Schäden.
Der Wetterdienst Meteomedia sprach von einem «ganz durchschnittlichen Gewitter» mit relativ niedrigen Regenmengen. Die so genannte Blitzdichte - mit Hilfe einer Satelliten-Aufnahme errechnet - blieb mit knapp 100 bis 200 Blitzen in der Stunde «im normalen Bereich». Nach Angaben eines Meteorologen werden bei Sommergewittern bis zu 500 Blitze in der Stunde registriert.
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