Bei Gewitter zur Sicherheit rechts ran
München (ddp). Blitz und Donner können Autoinsassen wenig anhaben. Prinzipiell sind sie gut geschützt, weil die Karosserie wie ein so genannter Faradayscher Käfig wirkt. Benannt ist dieser nach dem Engländer Michael Faraday, der herausfand, dass alle elektrischen Ströme - somit auch Blitze - über die Außenseite eines Metallkäfigs fließen und keine elektrischen Effekte innerhalb des Käfigs hervorrufen. Die Schutzwirkung funktioniert auch bei einem Cabriolet; natürlich nur bei geschlossenem Verdeck. Soweit das Prinzip. Gleichwohl rät Kolja Hans vom TÜV Süd zum Ansteuern eines Parkplatzes und einem Stopp.
«Wenn es stark gewittert, sollte besser ein Halt einlegt werden», empfiehlt der Kfz-Experte, sonst «besteht die Gefahr, dass der Fahrer das Steuer vor Schreck verreißt. Außerdem können die Lichtblitze stark blenden«. Für den Zwischenaufenthalt sollten sich Autofahrer allerdings keine Bergkuppen oder Stellen, die aus der Umgebung herausragen, aussuchen. Sie sind erfahrungsgemäß beliebte Zielgebiete elektrischer Entladung. Genauso ist die Nähe großer Bäume ungeeignet, da der Gewittersturm oder möglicherweise auch ein Blitzeinschlag diese zum Umstürzen bringen kann.
Dass bei Gewittern Fenster und Schiebedach geschlossen werden sollen, mag für die meisten Fahrer selbstverständlich sein. Doch auch alle Antennen sollten - wenn möglich - eingezogen werden. Hans: »Bei einem Blitzschlag können die angeschlossenen Geräte und deren Verkabelung Schaden nehmen." Lässt sich die Antenne fürs Mobiltelefon nicht versenken, dann das Handy aus der Halterung nehmen und abschalten, rät der TÜV-Experte.
Klingt das Unwetter ab, sollten Autofahrer vor der Weiterfahrt überprüfen, ob die Reifen unversehrt sind. Der Grund: Da der Gummi der Pneus gut isoliert, setzt der Blitz beim Durchgang vom Stahlmantel zur Reifenlauffläche große Wärmemengen frei. Das kann erhebliche Beschädigungen zur Folge haben, unter anderem Brandspuren an den Reifenflanken.
(ddp)
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