Viel zu warm, viel zu sonnig, viel zu trocken - In Eisenstadt ist einen ganzen Monat lang kein einziger Tropfen Wasser vom Himmel gefallen
Wien – Viel zu warm, viel zu sonnig, viel zu trocken: Der April 2007 schlägt alle Rekorde. Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien hat es in insgesamt sechs Landeshauptstädten im April noch nie so wenig geregnet. Der absolute Tiefpunkt ist in Eisenstadt. Dort ist einen ganzen Monat lang kein einziger Tropfen Wasser vom Himmel gefallen.
"Wenn wir im Begriff sind, den heißesten, den sonnigsten und den trockensten April zu haben, dann kann es ihn in dieser Form noch nicht gegeben haben", sagt Helmut Derka, Klimatologe bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien zum derzeit ungewöhnlich trockenen Aprilwetter. Dafür ist das Omega-Hoch verantwortlich. Einen ähnlich trockenen April hat es 1946 in Wien gegeben, und hier "endet der Vergleich auch wieder", denn die Bedingungen wären andere gewesen, sagte Derka. Heuer sei das Wetter in Ostösterreich bisher niederschlagsreich gewesen, im Westen habe es ein "totales Defizit" gegeben. Man habe erst die Hälfte des erwarteten Niederschlages gehabt, gibt er einen Überblick.
Salzburg sei bisher die trockenste Landeshauptstadt, von Jänner bis April habe es erst 160 Millimeter von den durchschnittlich 276 geregnet, Salzburger Bauern haben schon um Katastrophenhilfe angefragt. Umgekehrt sei die Lage in Eisenstadt, wo es seit Beginn des Jahres 227 Millimeter geregnet hat, der Sollwert beträgt 160. Allerdings waren die Regenaktivitäten mit dem 24 März erledigt; seit damals fielen null Millimeter. Einzig Klagenfurt könnte bis Ende April das Soll von 181 Millimetern Regen erfüllen.
Dürreperioden
Seit 1951 gab es laut ZAMG-Chronik alle paar Jahre Trockenperioden, die für Waldbrände und Ernteausfälle verantwortlich waren. Vor allem der Beginn der 90er Jahre war von Dürreperioden gekennzeichnet, in der Steiermark und in Kärnten kam es 1992 zu 100-prozentigen Ernteausfällen. 1968 mussten in Niederösterreich 10.000 Hektar Zuckerrüben umgebrochen werden. 1972 erreichte der Bodensee seinen tiefsten Wasserstand seit 1815, 1991 musste in Wien die Schifffahrt eingestellt werden, weil die Donau so tief war wie zuletzt auch 1815. Die meisten Dürren waren in den Sommermonaten aufgetreten, der April war bisher 1968, 1993 und 2000 im Trockenen.
Wegen Waldbrandgefahr hat die Stadt Wien am gestrigen Mittwoch das Grillen im Freien und das Rauchen im Wald und in waldnahen Gebieten verboten. ( Marijana Miljkoviæ, DER STANDARD Printausgabe 26.4.2007)
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