Meterhohe Flutwellen überschwemmen Strände in Thailand und Indonesien
Hunderte Fischerboote und Hütten in Ufernähe von Nord-Sumatra bis Bali zerstört - Acht Tote bei Sturmflut in Burma
Khao Lak/Singapur - Riesige Wellen haben in Indonesien und Thailand tausende Menschen in Angst und Panik versetzt. An den Touristenstränden von Bali in Indonesien und Phuket in Thailand wurde Badeverbot verhängt, nachdem dort am Freitag und Samstag teils mehr als fünf Meter hohe Wellen in die Küsten gekracht waren. In Indonesien wurden hunderte Fischerhütten und -boote weggerissen. Meteorologen machten starke Strömungen und eine ungewöhnliche Konstellation von Sonne und Mond verantwortlich.
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bezahlte EinschaltungDie Wellen rollten am Wochenende in Richtung Osten. Von den indonesischen Inseln Lombok und Flores wurden überflutete Strände gemeldet. Mindestens 150 Häuser wurden dort weggerissen, mehr als 1.000 Menschen mussten Schutz in höher gelegenen Gebieten suchen.
Erinnerungen an Tsunami
Bei vielen Menschen wurden Erinnerungen an den verheerenden Tsunami mit mehr als 200.000 Toten vor gut zwei Jahren wach. "Die Straße, die direkt zum Strand führt, ist mehr als 20 Meter mit Sand überschwemmt", berichtete der deutsche Immobilienmakler Franky Gun aus Khao Lak in Thailand am Sonntag. Er hatte bei dem Tsunami seine Eltern und sein Haus verloren. "Da sind wieder die Gedanken: Was kommt da noch?", sagte er. Anders als beim Tsunami Weihnachten 2004 ist jetzt weder in Thailand noch auf Bali Hochsaison. Deshalb sind weniger Touristen da. Vor gut zwei Jahren kamen Hunderte ums Leben.
Das Wasser habe den Strand mindestens 20, 30 Meter überschwemmt. Vor gut zwei Jahren waren seine Eltern aus Witten zum Weihnachtsbesuch da, als der Tsunami heranrollte. Sie riss das Haus aus dem Fundament. Guns Eltern kamen ums Leben, und er selbst wurde an die Oberfläche gespült und überlebte, an eine Baumkrone gekrallt.
Auch auf Bali war das Wasser am Freitag plötzlich und ohne Vorwarnung angestiegen. "Am Nachmittag erhob sich das Meer plötzlich", sagte Ayu, eine Empfangsdame des Ramada-Hotels am Strand von Kuta auf Bali, der dpa am Samstag. "Wir haben unsere Gäste gewarnt und aufgefordert, den Strand zu verlassen. Es ist nichts passiert." Der Schaden entstand vor allem fernab den Touristenhochburgen an den Südstränden von Sumatra und Java. Über mehr als 2.000 Kilometer hatte sich das Meer dort aufgebäumt.
Tausende Menschen flohen in Panik auf höher gelegenes Terrain. Viele verbrachten die Nacht auf Samstag in Notunterkünften. Die Bilanz am nächsten Morgen: Allein in der Provinz West-Java wurden mehr als 200 Häuser in Strandnähe weggespült. Die Bewohner der Küsten von Sumatra und Java haben traumatische Erinnerungen. Auf Sumatra starben mehr als 170.000 Menschen durch den Tsunami 2004, und eine kleinere Welle riss vor der Südküste Javas erst im vergangenen Sommer 600 Menschen in den Tod.
"Am Freitag kamen extreme Strömungen und der Höhepunkt der Flut zusammen", sagte Kukuh, ein Beamter der Behörde für Geophysik und Meteorologie in Indonesien. Wetterdienste warnten vorsorglich vor möglicherweise weiter hohem Wellengang und rieten Touristen und Fischern davon ab, aufs Meer hinauszufahren oder zu schwimmen.
Acht Tote in Burma
Bei einem Sturm an der Küste Burmas sind einem Medienbericht zufolge in der vergangenen Woche mehrere Menschen ums Leben gekommen und über 900 Häuser zerstört worden. Es würden acht Tote befürchtet, sagte ein Fischer am Sonntag.
In der Bengalischen Bucht war wegen des Sturms ein kleines Fischerboot mit 13 Insassen gekentert. Fünf von ihnen hätten überlebt. Bis zum Sonntagmorgen seien zwei Leichen geborgen worden, die sechs noch Vermissten seien wohl ebenfalls umgekommen.
Der Sturm sei Spitzengeschwindigkeiten von 130 Kilometern pro Stunden über die Küste hinweggefegt, zitierte die halb-staatliche "Myanmar Times" einen Mitarbeiter des Roten Kreuzes. An die obdachlosen Familien sei eine Notausrüstung verteilt worden. (APA/dpa)
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