Sonntag 18. Januar 2004, 15:50 Uhr
«Kinga» bringt Winter nach Deutschland
Frankfurt/Main (AP) Tief «Kinga» bringt den Winter nach Deutschland. Am Wochenanfang sind nahezu im ganzen Bundesgebiet Schneefälle zu erwarten, wie der Deutsche Wetterdienst am Sonntag in Offenbach vorhersagte. Mit Verkehrsbehinderungen müsse gerechnet werden, warnte Meteorologe Michael Bauer. Während der Niederschlag in den Tälern im Westen und Nordwesten bald in Regen übergehen soll, bleibt im restlichen Deutschland bei Schnee. Bereits am Sonntag gab es in vielen Mittelgebirgen gute Wintersportbedingungen, die sich im Laufe der Woche weiter verbessern sollen.
«Kinga» zieht laut Deutschem Wetterdienst am (morgigen) Montag von der Nordsee über Südschweden hinweg zur Ostsee. Seine Fronten überqueren Deutschland von Nordwest nach Südost und bringen größtenteils unbeständiges Wetter mit zahlreichen Niederschlägen, allerdings nicht so viel Wind wie in der vergangenen Woche. Die Sonne werde sich nur ganz vereinzelt zeigen. In welche Richtung das Wetter am kommenden Wochenende gehen würde, war am Sonntag noch nicht erkennbar. Die Computermodelle schwankten den Angaben zufolge noch zwischen Milderung und mehr Kälte.
In der Nacht zum Montag sollen zunächst in Schleswig-Holstein Schneefälle einsetzen, in den Frühstunden dann auch im nördlichen Niedersachsen und im Rheinland. Am Vormittag schneit es in einem breiten Streifen von der Eifel über Nordhessen, Niedersachsen bis nach Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Während der Schnee in Nordwestdeutschland allmählich in Regen übergeht, erreicht das Schneefallgebiet am Nachmittag Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Nur südlich der Donau bleibt es bis zum Abend meist niederschlagsfrei, und hier kann zeitweise auch die Sonne scheinen.
Verbreitet ist laut Wetterdienst mit Behinderungen durch Schnee und Glätte zu rechnen. Es wird eine ein bis fünf Zentimeter hohe Neuschneedecke erwartet, im Bergland örtlich auch darüber. Dazu kommen in freien Lagen der Mittelgebirge sowie an den Küsten noch Sturmböen, so dass der Schnee teilweise verweht.
Am Dienstag soll von Westen neuer Schneefall einsetzen. In den Tälern Nord- und Westdeutschlands geht der Niederschlag rasch in Regen über. Die Temperaturen liegen zwischen null Grad in Vorpommern und sechs Grad entlang des Rheins. Am Mittwoch scheint an der Ostsee zum Teil die Sonne, sonst ist es erneut stark bewölkt mit etwas Schneefall, im Westen und Nordwesten meist Regen. Die Tagestemperaturen erreichen minus eins bis sechs Grad. Am Donnerstag fällt erneut Schnee, in den Tälern West- und Norddeutschlands meist Regen. An den Temperaturen ändert sich kaum etwas.
Auf dem Brocken im Harz lagen am Sonntagvormittag 1,40 Meter Schnee, auf dem Kahlen Asten im Sauerland waren es 60 Zentimeter ebenso im Thüringer Wald. Auf dem Fichtelberg im Erzgebirge wurden 90 Zentimeter gemessen, auf dem Großen Arber im Bayerischen Wald sogar 1,10 Meter. In der Rhön waren es immerhin noch 40 Zentimeter und im Vogelsberg 20 Zentimeter, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.
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