09. März 2004
11:02 MEZ Mittelmeer "frisst" Israel auf: Wasserspiegel-Anstieg erforscht
Zehn Mal schneller als bei anderen Weltmeeren
Der Meeresspiegel des Mittelmeeres steigt und steigt, zehn Mal schneller als andere Weltmeere. Das ergaben Messungen von Forschern der Haifa-Universität mit einem "Mariographen" entlang der östlichen Küste des Mittelmeeres. Zudem wurden zu den Berechnungen Vergleichswerte, die in Italien und 23 anderen Stationen gemessen wurden, hinzugezogen. Demnach verliert Israel jedes Jahr Anteil des Strandes und Küstenriffs brechen ein.
Wie die Zeitung Haaretz meldete, bemerkten die Forscher ein beschleunigtes Ansteigen des Meeresspiegel um zehn Millimeter pro Jahr seit 1990. Das bedeutet schon einen Anstieg um ganze zehn Zentimeter allein in den vergangen zehn Jahren, während zuvor nur ein bis 1,8 Millimeter Anstieg des Pegels pro Jahr gemessen wurde. Es gibt genaue Messungen seit 1958.
Selbst für die Forscher ein Rätsel
Für die Forscher bleibt es ein Rätsel, wieso der Pegel im östlichen Mittelmeer wesentlich schneller ansteigt als etwa bei Italien oder Spanien. Grundsätzlich dürfte die Erwärmung der Erdatmosphäre und das Schmelzen des ewigen Eises in der Arktis Hauptverursacher dieses Wasseranstiegs sei. Hinzu komme, dass durch die Erwärmung das Volumen des Wassers zunehme und sich ausbreite.
Vergleichswerte zeigten, dass die östliche Mittelmeerküste stärker gefährdet ist, als andere Küstenstreifen. Bei Marseille stieg der Pegel seit 1885 nur um 1,2 Millimeter. Bei Venedig stieg der Pegel zwischen 1990 und 2000 um 2,39 Millimeter, während es an Israels Küste allein in den vergangenen zehn Jahren ganze 100 Millimeter waren und in den Jahren 1977 bis 1991 weitere 50 Millimeter gemessen wurden. (APA)
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