Nog een duits weerbericht

Bericht van: Erik (Veendam) , 03-07-2006 17:30 

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T
ausgegeben am Montag, den 03.07.2006 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Hoch Mitteleuropa, übergehend in Trog Westeuropa

Heute und am Dienstag sehr warm, aber heute nur im äußersten
Süden, am Dienstag auch vereinzelt im Westen kurze
Wärmegewitter ohne Unwetterpotential.
Am Mittwoch ab den Abendstunden von Westen her übergreifend
teils kräftige Gewitter. Unwetterpotential ist bereits
vorhanden, aber nicht näher zu spezifizieren. Im Osten bleibt
es noch störungsfrei.


Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
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Montag ...
Bereits aktuell sind die synoptischen Strukturen angelegt, die
im Wesentlichen über den gesamten Kurzfristzeitraum hinweg
wetterbestimmend sein werden. Am Boden sind dies das Hoch mit
Schwerpunkt über der Ostsee und das über Frankreich entstandene
Hitzetief. In der Höhe wölbt sich ein Rücken auf, dessen Achse
vom westlichen Mittelmeer nach Südskandinavien verläuft. Dieser
Höhenrücken zeigt noch zyklonale Einbuchtungen sowohl auf der
West- als auch auf der Ostflanke. Diejenige auf der Ostflanke
stellt das Relikt eines Höhentiefs dar, das am Wochenende über
die Osthälfte Deutschlands hinweg nach Süden gezogen ist, wobei
auch aktuell immer noch ein abgeschlossenes Tiefzentrum mit
einer zyklonalen Zirkulation über Österreich zu erkennen ist.
Die angesprochene westliche Einbuchtung kommt durch einen
Sekundärtrog zustande, der am Rande des Höhentiefs über dem
Ostatlantik nach Norden gelaufen ist und nun Frankreich
erreicht hat. Letzterer schwenkt weiter nach Norden, ohne
jedoch direkt in das Wettergeschehen bei uns einzugreifen. Das
östliche Höhentief driftet weiter nach Süden weg und die
zyklonale Zirkulation über Österreich verschwindet. Verbindet
man allerdings die beiden zyklonalen Strukturen durch eine
gedachte Linie, so ergibt sich gewissermaßen eine durch den
Höhenrücken hindurch verlaufende Schwachstelle. Die Diagnose-
felder zeigen denn auch einen Hebungsantrieb vornehmlich über
den Alpen, der aber auch bis in den Südwesten Deutschlands
hinein verläuft. Ob Gewitter ausgelöst werden, hängt nun davon
ab, welche Luftmassen die beschriebenen Strukturen vorfinden.
Dabei ist klar feststellbar, dass die feuchtwarme Luft, die
gestern über dem Alpenraum anzutreffen war, sich heute schon
wieder bis in die südlichen Teile Deutsch-lands vorarbeitet.
Die Temps weisen auch bereits eine labile Schichtung auf. Da
aber auch gestern die Gewitteraktivität bei ähnlichen
Antriebsbedingungen nur gering war und sich auf die
Alpensüdseite beschränkte, kann man auch für heute davon
ausgehen, dass nur vereinzelt Wärmegewitter im Wesentlichen
durch Auslösung aus der Luftmasse heraus entstehen werden. Das
ist bei Auslösetemperaturen um 30 Grad und Höchstwerten, die
gerade so in der Nähe dieses Wertes liegen, prinzipiell
möglich. Wahrscheinlich wird die Auslösung aber spät einsetzen
und die Zellen werden nur kurzlebig sein.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Bodendruckgradient
im Zusammenhang mit der eingangs geschilderten Anordnung der
Druckgebilde heute gegenüber gestern weitgehend unverändert ist
und somit tagsüber wieder mit einem Aufleben der Böen aus Ost
zu rechnen ist.

Dienstag ...
Die synoptischen Strukturen sind noch die gleichen wie am
Montag, allerdings fällt der Druck über Frankreich noch weiter
und der Schwerpunkt des Hochs im Osten verschiebt sich etwas
nach Süden. Das bedeutet vor allem, dass der Wind von Ost auf
Süd dreht und dass die feuchtwarme Luft weiter nach Norden an
Raum gewinnen kann. Dies ist deutlich erkennbar anhand der
pseudopotentiellen Temperaturen. Werte über 65 Grad, die sich
heute noch auf den äußersten Süden beschränken, treten am
Dienstag im gesamten Süden und Westen auf. Eine entsprechende
Ausweitung der Gewittertätigkeit wird allerdings von keinem der
Modelle vorhergesagt. Dies verwundert zunächst etwas, weil die
Labilitätswerte außerordentlich hoch sind. Allerdings liegen
auch die Auslösetemperaturen mit 34 Grad hoch und ein
Hebungsantrieb ist nicht erkennbar. Die am Montag noch
vorhandenen zyklonalen Strukturen verschwinden nämlich, so dass
der dynamische Antrieb fehlt.

Mittwoch ...
Die Wetterlage beginnt sich umzustellen. Während eingangs - wie
geschildert - der Hochdruckeinfluss überwiegt, gewinnt nun mehr
und mehr der sich vom Ostatlantik nach Westeuropa verlagernde
Höhentrog Einfluss auf unser Wetter. Dies bedeutet zunächst,
dass das Hitzetief über Frankreich dort nicht mehr stationär
bleibt, sondern trogvorderseitig nach Nordosten zu ziehen
beginnt. Entlang der Achse des tiefsten Druckes beginnt sich
auch eine Front zu formieren, die sehr warme von Süden her nach
Mitteleuropa vordringende Luft von nicht ganz so warmer Luft
weiter westlich trennt. Ziemlich sicher ist, dass uns die Front
vor Ablauf des betrachteten Zeitraums nicht erreichen wird. Das
bedeutet aber andererseits nicht, dass der Mittwoch noch
gewitterfrei bleibt. Die diffluente Vorderseite des nach
Frankreich schwenkenden Höhentrogs nähert sich dem Westen
Deutschlands an. Die stärkste Vorticity-Advektion liegt zwar
über Frankreich. Bei dem zu erwartenden Temperaturgradienten
ist jedoch vorstellbar, dass sich am Rande des französischen
Tiefs bereits erste Gewitterlinien entwickeln, die dann nach
Osten in die warme Luft hinein laufen. Zumindest LM und in
ähnlicher Weise GFS deuten dies in Form der Passage eines
ersten Drucktroges und eines temporären Windsprunges an.


Modellvergleich und -einschätzung
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Was den heutigen Tag angeht, zeigen alle Modelle
übereinstimmend schwache Signale für Gewitter über den
südlichen Teilen Deutschlands, wobei durch die Nähe zu dem noch
vorhandenen Höhentief über Österreich sicherlich der Südosten
Bayerns prädestiniert ist. Signale für starke Entwicklungen
gibt es aber nicht. Die Böenprognoise gestaltet sich etwas
schwierig. Im Wesentlichen wurden gestern die Böen von den
Modellen wieder überschätzt, lediglich in den Hochlagen von Alb
und Schwarzwald traten stärkere Böen auf als vorhergesagt. Dies
könnte heute ähnlich sein. Bei der Maximumtemperaturprognose
sind die Fehler zur Zeit gering. MOS liegt im Mittel um 1 bis 2
Grad zu hoch, LM-Kalman scheint am besten zu verifizieren.

Bei den Prognosen für Dienstag sind eigentlich keine strittigen
Punkte zu erkennen. In Anbetracht der hohen Temperaturen und
der hohen Labilität, sollten im Westen und Süden dort Gewitter
einkalkuliert werden, wo erfahrungsgemäß orographische
Einflüsse solche Entwicklungen begünstigen.

Bei den Prognosen für Mittwoch ergeben sich Unterschiede, was
die Entwicklung des Tiefs über Frankreich angeht. GME, LM und
auch GFS modellieren es recht kräftig, die anderen Modelle
etwas schwächer. Das bedeutet, dass der beschriebene
Wetterablauf mit dem raschen Übergreifen der Gewitter noch
nicht ganz sicher, aber doch wahrscheinlich ist.




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